Bekämpfung von Stallfliegen in Ställen mit Festmist oder Tiefmist
Jeden Sommer bereitet die lästige Fliegenplage in der Tierhaltung große Probleme. Ein Übermaß an Stall- oder Hausfliegen (Musca domestica) wirkt sich nicht nur leistungsmindernd auf Nutztiere aus, sondern bringt auch gesundheitliche Risiken im Stall- und Wohnbereich mit sich. Chemische Bekämpfungsmaßnahmen schaffen meist nur vorübergehend Abhilfe, so dass häufige Behandlungen notwendig sind.
Der Einsatz der Schlupfwespe ermöglicht eine umweltverträgliche, natürliche Bekämpfung der Stallfliege.
Allgemeines zur Schlupfwespe
Schlupfwespen (Nasonia vitripennis, Muscidfurax spp.) nutzen Stallfliegen zu ihrer eigenen Vermehrung. Sie legen ihre Eier in den Puppen der Stallfliegen ab. Die dort heranwachsenden Wespen töten im Laufe ihrer Entwicklung die parasitierte Wirtspuppe. Anstatt einer Fliege schlüpfen dann nach ca. 3 – 4 Wochen mehrere Schlupfwespen aus, welche ihre Eier wieder in Stallfliegenpuppen legen. Dies bewirkt einen zunächst langsamen, dann aber anhaltenden Rückgang der Stallfliegenpopulation.
Die wenige Millimeter großen Nützlinge sind völlig ungefährlich für Mensch und Tier, meiden das Licht und sind für den Anwender kaum wahrnehmbar.
Schlupfwespen sind zu ihrer Vermehrung auf das Vorhandensein von Wirtspuppen angewiesen. Sie vermehren sich also nur solange eine gewisse Stallfliegenbrut vorhanden ist. Eine dauerhafte Ansiedlung der Schlupfwespe ist nicht möglich. Der Nützlingseinsatz muss jedes Jahr wiederholt werden.
Hinweise
- Nicht bekämpft werden Tau-/Essigfliegen und Bienenschwebfliegen (Rattenschwanzlarven).
- MuscaMorte® Schlupfwespen werden im Labor auf Fliegenpuparien gezogen und als parasitierte Wirtspuparien in 100 und 200 m² – Einheiten verschickt.
- Schlupfwespen parasitieren auch Puppen des Wadenstechers und der Fleisch- und Schmeißfliegen.
Anwendung
Voraussetzungen für den Einsatz
Relativ trockener Mist (Festmist, Tretmist)
Keine aktiven Insektizidreste im Mist
Ausbringung
Nützlinge sofort nach Erhalt ausbringen
Versandhülsen an geschützten Plätzen in der Nähe des Mistbereichs aufhängen und öffnen
Der Inhalt der Versandhülse kann auch in wenig frequentierten Bereichen der Einstreu,
z. B. an der Wand entlang, in der Streu verteilt werden
Erstausbringung 1-2 Wochen nach dem Ausmisten
Mindestens 4 Folgefreilassungen im Abstand von jeweils 2 Wochen,
im Sommer empfiehlt sich eine kontinuierliche Freilassung im Abstand von ca. 2-3 Wochen
Weitere Informationen zur Schlupfwespe
Voraussetzungen für eine Ansiedlung
Schlupfwespen brauchen einen relativ trockenen, warmen Lebensraum, wie er in Stallungen mit trockenem Fest- oder Tiefmist vorzufinden ist.
- Stroh im Stall (Kälber, Ferkel, Pferde, Schafe) oder trockener Festmist (Geflügel etc.)
- Wartezeitenliste zum Einsatz von chemischen Insektiziden beachten
- Die Stalltemperatur sollte nicht unter 18 °C sinken.
Vorbereitende Maßnahmen bei bereits hohem Stallfliegendruck in den Sommermonaten:
- Gegen die adulten Fliegen kann ein natürliches Insektizid mit schnellem Abbauverhalten (z.B. Naturpyrethrum) an die Stallwände gesprüht oder vernebelt werden. Zwei Tage nach der Behandlung mit den Schlupfwespen starten!
- Sind weiße Fliegenmaden zahlreich im Stroh (mit der Mistgabel kontrollieren!): Ausmisten oder Einsatz eines larviziden Gießmittel (nicht für Biobetriebe geeignet).
Begleitende Maßnahmen während der Ansiedlung:
Die Bekämpfung der anspruchslosen, sich schnell vermehrenden Stallfliege sollte immer als Konzept angesehen werden, das alle potentiellen Fliegenbrutstätten beachtet und sich der Populationsentwicklung anpasst.
Der Schlupfwespeneinsatz kann generell mit folgenden Maßnahmen kombiniert werden:
- Zuflug von Fliegen aus den Außenbereichen in den Stall durch Abdichten der Stallöffnungen mit Fliegengittern, Aufhängen von Fliegenfallen an den Einflugschneisen der Fliegen o. ä. unterbinden.
- Bei einem hohem Bestand adulter Fliegen empfehlen wir den zusätzlichen Einsatz von Fliegenfallen, bzw. Fraßgiften, da Schlupfwespen nur die Fliegenpuppen parasitieren.
- Bei besonders warmer Witterung, die zu einer explosionsartigen Vermehrung der Stallfliege innerhalb kürzester Zeit führen kann, wird die wöchentliche Aussetzung von Schlupfwespen empfohlen.
- Außerhalb des Stalls vorhandene Misthaufen sind oft große Fliegenbrutstätten. Diese können entweder mechanisch (regelmäßiges Umlagern, so dass die Stallfliegenlarven und -puppen durch Hitzeentwicklung abgetötet werden) oder durch die Anwendung eines larviziden Gießmittels (nicht für Biobetriebe geeignet) zerstört werden.
Bei Einsatz der Schlupfwespen zu beachten:
Begleitend zum Schlupfwespeneinsatz dürfen Streich- und Granulatköder angewendet werden. Bitte Beratung einholen.
Ansiedlungstermine
- Eine Ansiedlung der Schlupfwespe ist das ganze Jahr über möglich, wobei es sich empfiehlt, beim ersten Auftreten der Stallfliegen mit der Nützlingsfreilassung zu beginnen.
- Die Erstlieferung sollte 1-2 Wochen nach dem Ausmisten stattfinden.
Frühjahr & Herbst: mindestens 5 Freilassungen in Abständen von jeweils 2 Wochen
Sommer: mindestens 5 Freilassungen in Abständen von jeweils 1 Woche .
Da sich Schlupfwespen langsamer vermehren als Stallfliegen, hat es sich bewährt, die Nützlinge während der ganzen Saison wiederholt auszusetzen. Mit regelmäßigen Freilassungen in zweiwöchigen Abständen über die gesamte Saison kann die Stallfliegenpopulation durchgehend niedrig gehalten werden.
Produktdetails
| Produktname | MuscaMorte® Schlupfwespen |
|---|---|
| Marke | BioFa |
| Gebindegröße | für 100 m² Stallfläche für 200 m² Stallfläche |
| Kulturen | Stallhygiene |
| Verpackung | Packung |
| Anwendungsgruppe | Nützlinge |
| Wirkstoff | Schlupfwespen (lateinisch: Nasonia vitripennis, Muscidifurax spp.) |
| Anwendungsempfehlung | 1 Einheit / 100 m² Stallfläche Festmist/eingestreute Fläche (Misthaufen nicht vergessen) |
| Lagerung und Haltbarkeit | Nützlinge sind nicht lagerfähig, nach Erhalt sofort auslegen. |