Fungizid
Produktbeschreibung
Funguran® progress ist ein Kontaktfungizid auf der Basis von Kupferhydroxid mit protektiver Wirkung gegen pilzliche Krankheitserreger. Die Wirkung beruht auf der Verhinderung von Pilzinfektionen. Kommt die Pilzspore in Kontakt mit dem Spritzbelag, so nimmt sie Kupferionen auf. Dies führt zu einer Hemmung des Keimschlauchwachstums bzw. Platzen der Sporen, so dass eine erfolgreiche Infektion des Pilzes verhindert wird.
Die volle Wirksamkeit von Funguran® progress kann nur durch einen lückenlosen Spritzbelag auf der Pflanzenoberfläche erreicht werden. Die neue Formulierung des Kupferhydroxids ermöglicht eine sehr gute Verteilung auf der Pflanzenoberfläche für eine optimale Wirkung.
Das Pflanzenschutzmittel Funguran® progress ist gemäß § 18 Absatz 3 Nr. 2 für die Anwendung mit Luftfahrzeugen und Drohnen (unbemannte Luftfahrzeuge) in Weinbau-Steillagen genehmigt. Für Genehmigungen gemäß § 18 Absatz 3 Nr. 2 PflSchG gelten grundsätzlich die im Rahmen der Zulassung des Pflanzenschutzmittels festgesetzten Auflagen und Anwendungsbestimmungen (für die entsprechende Anwendung mit Bodengeräten). Die Anwendung eines Pflanzenschutzmittels mit Luftfahrzeugen erfordert zusätzlich die Genehmigung der zuständigen Länderbehörden.


Anwendung
Kernobst
Gegen Schorf (Venturia spp.) vor der Blüte
bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis
Max. Zahl Behandlungen
In der Anwendung: 4
In der Kultur bzw. je Jahr: 4
Abstand: 7 bis 10 Tage
Anwendungstechnik: spritzen oder sprühen
Aufwand 0,6 kg/ha und je m Kronenhöhe in maximal 500 l/ha und je m Kronenhöhe Wasser
Mittelaufwand vor der Blüte von 0,6 abfallend auf 0,3 kg/ha und je m Kronenhöhe
Ab Walnussgröße der Früchte
bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis
Max. Zahl Behandlungen
In der Anwendung: 3
In der Kultur bzw. je Jahr: 4
Abstand: 7 bis 10 Tage
Anwendungstechnik: spritzen oder sprühen
Aufwand: 0,6 kg/ha und je m Kronenhöhe in maximal 500 l/ha und je m Kronenhöhe Wasser
Mittelaufwand vor der Blüte von 0,6 abfallend auf 0,3 kg/ha und je m Kronenhöhe
Gegen Obstbaumkrebs (Nectria galligena) nach der Ernte
bei Befallsbeginn
Max. Zahl Behandlungen
In der Anwendung: 3
In der Kultur bzw. je Jahr: 4
Abstand: mindestens 21 Tage
Anwendungstechnik: spritzen oder sprühen
Aufwand: 1 kg/ha und je m Kronenhöhe in maximal 500 l/ha und je m Kronenhöhe Wasser
Steinobst
Gegen pilzliche Blattfleckenerreger bis vor der Blüte
bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis
Max. Zahl Behandlungen
In der Anwendung: 3
In der Kultur bzw. je Jahr: 3
Abstand: 7 bis 10 Tage
Anwendungstechnik: spritzen oder sprühen
Aufwand 1,0 kg/ha und je m Kronenhöhe in maximal 500 l/ha und je m Kronenhöhe Wasser
Wartezeit: F
Gegen pilzliche Blattfleckenerreger nach der Ernte
bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis
Max. Zahl Behandlungen
In der Anwendung: 3
In der Kultur bzw. je Jahr: 3
Abstand: 7 bis 10 Tage
Anwendungstechnik: spritzen oder sprühen
Aufwand 1,0 kg/ha und je m Kronenhöhe in maximal 500 l/ha und je m Kronenhöhe Wasser
Wartezeit: F
Weinbau
Gegen Falschen Mehltau (Plasmopara viticola) an Tafel- und Keltertrauben von der Entfaltung und vom Trieb abgespreizten Ersten Laubblattes bis Beginn der Reife, Beeren beginnen hell zu werden (bzw. beginnen sich zu verfärben)
bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis
Max. Zahl Behandlungen
In der Anwendung: 4
In der Kultur bzw. je Jahr: 4
Abstand: 8 bis 12 Tage
Anwendungstechnik: spritzen oder sprühen
Basisaufwand: 0,5 kg/ha in maximal 400 l/ha Wasser
ES 61: 1 kg/ha in maximal 800 l/ha Wasser
ES 71: 1,5 kg/ha in maximal 1.200 l/ha Wasser
ES 75: 2 kg/ha in maximal 1.600 l/ha Wasser
Wartezeit: 21 Tage
Ackerbau
Zuckerrübe
Notfallzulassung 05.07.2024 – 01.11.2024
Gegen Zercospora (Cercospora beticola)
bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis
Max. Zahl Behandlungen
In der Anwendung: 2
In der Kultur bzw. je Jahr: 2
Anwendungstechnik: spritzen
Aufwand Mittel pro Behandlung: 2,5 kg/ha in maximal 400 l/ha Wasser
Wartezeit: 14 Tage
Kartoffeln
Gegen Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans)
ab 70% Reihenschluss bis zur Vergilbung des Laubes.
Die Anwendung muss vorbeugend erfolgen: bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis
Max. Zahl Behandlungen
In der Anwendung: 4
In der Kultur bzw. je Jahr: 4
Im Abstand von 7-10 Tage
Anwendungstechnik: spritzen
Aufwand Mittel pro Behandlung: 2 kg/ha in maximal 400 l/ha Wasser
Wartezeit: 14 Tage
Gegen Schwarzbeinigkeit (Erwinia carotovora)Vor dem Legen oder beim Legen
Max. Zahl Behandlungen
In der Anwendung: 1
In der Kultur bzw. je Jahr: 1
Anwendungstechnik: spritzen
Aufwand Mittel pro Behandlung: Beizung vor oder während dem Legen: 9g/100 kg Pflanzengut in 100 l/ha Wasser; max. Mittelaufwand 206 g/ha
Wartezeit: Wartezeit (F)
Zierpflanzen
Gegen bakterielle Blattfleckenerreger ab der Entfaltung des 2. Laubblattes bzw. Blattquirls bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis
Max. Zahl Behandlungen
In der Anwendung: 4
In der Kultur bzw. je Jahr: 4
Abstand: 10 bis 14 Tage
Anwendungstechnik: spritzen
Aufwand: Pflanzgröße bis 50 cm: 2 kg/ha in 800 l/ha Wasser
Anwendungshinweise
Bei Behandlungen mit niedriger Dosierung (mit verminderter Wirksamkeit,
z. B. im ökologischen Pflanzenbau) kann die maximale Zahl der Behandlungen erhöht werden, solange der für die Kultur und das Jahr vorgesehene Gesamtmittelaufwand nicht überschritten wird.
Produktdetails
| Produktname | Funguran® progress |
|---|---|
| Struktur | Certis Belchim B.V. |
| Gebindegröße | 2 kg 10 kg |
| Kulturen | Obstbau, Weinbau, Ackerbau, Kartoffeln, Zierpflanzen |
| Verpackung | Sack |
| Anwendungsgruppe | Fungizide |
| Wirkstoff | 537 g/kg Kupferhydroxid (= 350 g/kg Cu) |
| BauA-Zulassungsnummer | 006896-00 |
| Einfluss auf Nichtziel-Organismen | Nicht bienengefährlich (B4). Raubmilbenschonend. |
| Mischbarkeit | Funguran® progress ist mischbar mit Netzschwefel Stulln , PREV-B2® und Spruzit® Neu. Bei Mischungen mit anderen Produkten bitte Beratung einholen. |
| Zulassung | Zugelassen bis: 30.09.2025 Eine Anschlusszulassung/Verlängerung der Zulassung wird erwartet. D.h. die Zulassungen werden kurz vor Ende der Zulassung automatisch verlängert. |
Datenblätter und Produktsicherheit
Allgemeine Hinweise zu kupferhaltigen Produkten
Ökologisch wirtschaftende Betriebe dürfen maximal 3,0 kg Reinkupfer pro ha und Jahr ausbringen. Dies entsprechen 8,57 kg Funguran® progress. In der Gebrauchsanleitung sind die zugelassenen Aufwandmengen angegeben, diese sind gegebenenfalls zu reduzieren/anzupassen. Vor Kupfereinsatz Rücksprache mit der Kontrollstelle halten.
Die Zulassungssituation kann sich auf Grund von behördlichen Entscheidungen auch während einer Saison immer wieder ändern. Bitte fragen Sie bei Unklarheiten bei uns oder Ihrer Kontrollstelle nach.